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Mrz 09 2011

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Schönwetterfotos

Letzten Sonntag schien nicht nur die Sonne und bescherte einen azurblauen Himmel, es gab auch viele, wunderschön anzusehende Wolken. Dieses „Schönwetter“ habe ich für ein paar Fotos vom Feldrand aus genutzt.

Zwei davon habe ich weiter bearbeitet:

Beide Fotos wurden bei ISO 100, Blende 10 und 1/320 bzw. 1/125 Belichtungszeit mit der Canon EOS 1000d und dem Objektiv 18-55mm IS aufgenommen. Einen Polfilter habe ich nicht benutzt, da die Front des Objektives sich beim Fokussieren mitdreht und es ziemlich nervig ist, den Filter jedes Mal neu auszurichten.

Vorher:

Hier ist das Ausgangsfoto eigentlich schon ziemlich gut für meinen Geschmack. Durch das Querformat wird Tiefe erzeugt. Der Himmel hat eine schöne Farbe und sowohl Wolken als auch Feld sind gut belichtet. Den Wolkenschatten auf dem Feld finde ich besonders reizvoll. Die Baumreihe schließt schön zum Horizont ab. Das es nach Links ein wenig Bergauf geht, verleiht dem Foto meiner Meinung nach einen gewissen Charme. Sicher hätte man hier die Blende noch etwas mehr schließen können. Da muss ich mich bei diesem Objektiv aber erst herantasten, da ich es noch nicht allzulange besitze.

Trotz allem fehlt dem Bild die Knackigkeit und Klarheit, die zumindest ich momentan bevorzuge. Aus diesem Grund habe ich die RAW-Datei in dem – momentan noch kostenlosen – Programm Oloneo nachbearbeitet. Sicher hätte man eine ähnliche Wirkung auch mit einem normalen RAW-Programm o. ä. erwirken können. Ich mag halt grad Oloneo. Dieses Programm dient eigentlich der Erstellung von HDR-Bildern. Ich habe es schon oft für andere Zwecke missbraucht, da es ziemlich einfach in der Bedienung ist und man schnell interessante Effekte erzielt. Generell bin ich ja ziemlich faul, was die Nachbearbeitung meiner Bilder betrifft ;). Hier kann ich nur jedem empfehlen, selbst mal ein bisschen herumzuprobieren. Ich habe TM Strength bis knapp über die Hälfte und Detail Strength bis knapp unter die Hälfte des Reglers verschoben. Dann habe ich in den Modus „Advanced local Tonemapper“ umgeschaltet, um die Einstellmöglichkeiten Detail Size und Detail Treshold zu bekommen. Diese liebe ich besonders, da ich hiermit dieses für viele HDR-Bilder typische Leuchten rund um ein Objekt wegbekomme. Das mag ich nämlich momentan überhaupt nicht. Detail Size bei diesem Foto habe ich ganz nach rechts auf 200 verschoben, Detail Treshold nach persönlichem Geschmack ebenfalls nach rechts auf 168. Danach ein wenig mit der Sättigung gespielt und fertig.

Nachher:

Abschließend habe ich das Bild in Gimp mit dem G’MIC Plugin und dort unter Enhancement => Anisotropic smoothing mit den Standardeinstellungen verwendet. Wer wie ich größtenteils weniger hochwertige Objektive verwendet, hat sicher schon bemerkt, dass gerade Himmelsflächen in 100%-Ansicht selten einfach nur als schöne, blaue Fläche erscheinen, sondern gekörnt oder schlimmeres sind. Mit diesem Filter behebe ich das für mich unschöne Problem sowie den Qualitätsverlust, den ich durch die Bearbeitung mit Oloneo erhalte, welches, weil die Bilder ja u. a. nachgeschärft werden, oft ein Rauschen ins Bild bringt. Bei diesem Foto waren die Effekte zugegebenermaßen minimal. Bei Flickr in 1024er Auflösung wäre das sicher niemandem aufgefallen.

Vorher:

Bei diesem Bild sind vor allem die Ränder der Wolken schlichtweg überbelichtet. Ich hatte auch besser belichtete Aufnahmen, fand dieses aber in S/W besonders reizvoll, da der Kontrast mit den ausgebrannten Wolkenrändern und dem teilweise schwarz wirkendem Himmel so extrem bzw. dramatisch wirkt. Das ist sicher reine Geschmackssache. Wer mehr Wert auf technische Perfektion legt, dem wird es weniger zusagen. Ansonsten habe ich hier in Oloneo ähnlich gearbeitet, aber mehr unter dem Aspekt, größtmöglichen Kontrast mit minimalem Qualitätsverlust zu erzielen. Zum Schluß noch einmal G’MIC angeworfen und fertig. Die Entsättigung habe ich gleich in Oloneo erledigt.

Nachher:

Alles in allem dauert so eine Bearbeitung keine Viertelstunde. Ich benötige meist mehr Zeit, weil ich mich immer so schwer entscheiden kann und mehrere Versionen erstelle.

Zu den theoretischen Grundlagen der Bearbeitung kann ich nicht viel sagen. Das interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht. Ich arbeite meist rein ergebnisorientiert nach dem Motto try & error und meinem persönlichen Geschmack ;). Trotzdem hoffe ich, dass ich dem ein oder anderen eine Anregung geben konnte, wie man mit relativ einfachen Mitteln und nicht ganz so teurem Equipment ein schönes Foto machen kann.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.fotografie-halle.de/2011/03/schonwetterfotos/

1 Kommentar

  1. Stephan

    Sehr interessanter Artikel. Oloneo kannte ich bis jetzt noch gar nicht muss ich gleich mal ausprobieren.

    Das Ergebnis von der zweiten Bearbeitung find ich besonders klasse, da das Original ja sehr matt daherkommt und du ja doch noch ein sehr erstaunliches Ergebnis hervorgebracht hast.

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